Wiedereingliederung

…, leider ist es in der Tat auf unangenehme Weise verlaufen und an den Ton musste ich mich erst über lange Zeit gewöhnen – ob es mir vollständig gelungen ist …? Es bleibt unterm Strich dieses seltsame ‘im Grunde ist er ein guter Kerl und meint es nicht so.’
Fuer mich ist er und ist dies alles derzeit eh Teil eines größeren Feldes von Kommunikation und Kommunikationsfehlern und Verhältnissen, Verhalten und auch Beziehungen, denn Verhalten und Verhältnisse sind ja im Grunde immer eine Frage auch der Beziehungen. Und das ist fuer mich derzeit eben ein weites Feld, da ich mich im Übergang befinde, im Untergang gar:
das Untergehen der Beziehungen nach zwei Jahren, das Untergehen in den neuen Eindrücken, mit denen ich beim Versuch des Fuss-Fassens in einem neuen Lebensabschnitt konfrontiert sehe, und auch das Untergehen des ‘alten Europas’, dass durch den Aufenthalt ausserhalb doch einige ‘Prellungen’ erlitten hat: vermisst habe ich sicher einen Teil und zugleich habe ich einen Teil ‘zu hassen’ oder ‘verachten’ gelernt. Einen Teil Europas? oder doch eher der ganzen Welt? oder dessen, was sich da entwickelt hat im Europa und nun exportiert wird? Der Fortgang der Dinge, die absehbar sind, derweil man da am Abgrund steht und nur den einen Weg kennt, erlaubt ist zu gehen: den Weg nach vorne, den Weg des Weiter-So …?
Derzeit bin ich glänzend bei Freunden in Availles Limouzine untergekommen:
im Haus der ehemaligen Geschäftsführerin von ESAN, meinem alten EU-Netzwerk, die von Lille mit ihrem Mann nach dessen Pension nach hier gezogen sind. Eine dieser eher schwer zu verstehenden Freundschaften: lange Pausen und man trifft sich, als ob man eh jeden Tag zusammen ist. Und auch wenn man scheinbar über Jahre jeden Tag zusammen ist und war und sein wird, wird es nie langweilig eine tragbare Leichtigkeit des Seins, um dann Referenz zu Kundera’s Roman zu machen; aktuell ist hier bestimmt keine Langeweile, denn Christian ist ein ‘bekennender Chaot’ – im zutiefst positiven Sinne. Die Gegend ein Traum, und doch auch fuer mich eine ‘Herausforderung’: 1200 Einwohner gegen 9 Millionen in Changsha.
Und auch: mehr Diskussion zu globaler politischer und ökonomischer Entwicklung als in Changsha, wo ich ‘stumpfe Wirtschaftswissenschaft’ unterrichtete – dies ‘mehr an Diskussion’ hängt zugegebenermassen aber auch damit zusammen, dass es nicht wirklich reiner Urlaubsaufenthalt ist, sondern eben auch Teil meiner Parteiarbeit. Eine Art von Bericht habe ich ja zu den Erfahrungen in China – zumindest it Blick auf das Hochschulwesen – auch auf dem blog veröffentlicht, bzw, von dort verlinkt. Dort habe ich auch Bezug auf ein Buch von Erwin Chargaff: The Heraclitean Fire, genommen: bemerkenswert fand ich, wie das, was einige oder gar viele heute als Probleme sehen, eben auch ein Teil eines lang sich entwickelnden Prozesses ist. Und das habe ich selbst auch dort zu schreiben versucht: das Wissen um die allgemeine Entwicklungslinie, das Beklagen über Details, und das Handeln durch den Versuch, einen individuellen Ausweg zu finden – gönnerisches gleichsam ein anerkennendes Nicken fuer jene erübrigen, die etwas mehr wollen und fordern; und vielleicht ein gönnerisch-anerkennender Blumenstrauss oder Kranz eines Tages – von Individualisten an Individualisten, denn jeder scheint darauf reduziert zu sein – ‘Jeder stirbt fuer sich allein’, nicht nur in der Extremsituation, ie sie im Mittelpunkt von Fallada’s Stück im Mittelpunkt steht.
Sicher war China eine ‘besondere Erfahrung’, schließlich waren es über zwei Jahre. Und doch war fuer mich auch wieder einmal sichtbar, wie viel doch eben überall stattfindet, wie auch die alte Rostow’sche Westdampfwalze des Kapitalismus noch immer über solche Länder rollt – selten habe ich so viele SVUs und sonstige protzige Autos gesehen, wie in Hangzhou und Changsha; und selten wurde so offen wie in Hangzhou und auch bei jenem joint venture so vieles an Widerwärtigkeit ‘konkurrenzbetonter, verlogener Wissenschaft’ fuer mich unmittelbar deutlich – freilich: alles im besten Gefühl, ‘im Grunde gute Kerle zu sein’ – und nicht nur im Grund, sondern tatsächlich, allerdings begrenzt durch den Hyperindividualismus, den man eigentlich bekämpfen will; und selten wurde ir deutlich, wie weit es eben ein ganz normales Prinzip heute ist, was mit China nicht wirklich etwas zu tun hat; selten aber auch die immer noch zu findende Wertschätzung und das aktive Leben bestimmter traditioneller Verhaltensweisen, auch und gerade bei Studierenden. Selten auch deren Entfremdung, deren Hin- und Hergerissen-Sein zwischen ‘da muss man durch’ und tatsächlichem Interesse, Respekt, etc. Und selten habe ich auch die verschiedenen Facetten eben von Fehlkommunikation erlebt. Dies gilt mit Blick auf so viele – das Leben in Dichotomien: Studierende und Lehrende, Junge und Alte, Chinesen und Ausländer, auch wenn die Ausländer Chinesen sind, ‘dortige und hiesige’ – letzteres meint: bei solchen Gelegenheiten lernt man ja immer fast mehr über das, wo man her kommt als über das, wo man lebt. Und Kommunikation ist eben Gesellschaft – auch wenn ich nicht mit der Luhmann’schen Umkehrung übereinstimme, dass Gesellschaft nichts anderes als Kommunikation sei.Das letzte ‘Kommunikations- und Gesellschaftsproblem fuer mich: der Mieter in der Wohnung, die ich in Berlin gekauft habe, wurde tot in der Wohnung aufgefunden – man vermutet, dass er dort zwei Wochen gelegen hat. etc. pp. – so ist es in der freien und soziale Gesellschaft – fürsorgend und christlich …, bis zur nächsten Wahl, aber auch da nur, soweit es sich nicht vermeiden lässt … Und dann geht das ‘Kommunikationsstück’ weiter: in diesem Zusammenhang hatte ich mit dem Makler auch wieder Kontakt. Er schrieb in einer mail, er habe auch Leute, die bei der Renovierung helfen könnten, zumal es in Berlin nicht leicht sei, fuer kleine Arbeiten jemanden zu finden, schlug vor dass wir Telefonieren. Ich sagte OK und ich sei in Europa wieder und daher könne ich problemlos anrufen und fragte wann. ‘Geht auch gleich’ kam als Antwort und gleich …, nun ich versuchte ‘gleich’ und später und es kommt immer nur der Anrufbeantworter und keine Nachricht, die ich dort hinterlasse, wird beantwortet. Das ist gleichsam eine Art Standard-Erfahrung fuer mich: vielfach auch ‘global’: eine Erfahrung ’hier und dort’. Oft Zeichen von hypocrisy [mir fehlt der deutsche Begriff] und auch eine Erfahrung, die mich oft erschrecken laesst, wie tief eingeschliffen ein ‘berechnendes Verhalten’ ist, in dem wir alle zu leicht gefangen sind, bei dem mich auch verunsichert, wie weit ich mich ausschliessen kann. Ganz tief, selbst oft wenn es um Freundschaften geht – oft habe ich mit 邹籽仪 darüber gesprochen: Ehrlichkeit, Unverfälschtheit … und zugleich das Wissen darum, dass man es nicht immer Leben kann. Sie sagte es einmal direkt: ich bin nicht immer und zu allen so ehrlich und offen. So viele Dinge gingen mir da durch den Kopf und so viele Dinge sagte ich da zu ihr: die Erfahrungen und ach die Konflikte: der innere Streit mit dem und gegen den eigenen Opportunismus. Und die Spannung zwischen dem Anspruch auf Ehrlichkeit, Unverfälschtheit … gegenüber sich selbst und anderen und dem Wissen und sich und anderen Zugestehen: es geht nicht …, nicht immer … . Ich denke nicht, dass all dies ‘neu’ ist, neu sind höchstens die konkreten Muster und Instrumente. Das WWW mit all den Apps und die gadgets nur ein kleiner, und ich denke, oft überschätzter Teil. Und oft unterschätzt: wie leicht man selbst das gleiche Verhalten an den Tag legt, auch wenn man es kritisiert; wie bedeutungsvoll auch der konkrete Grund ist, auf dem man steht. Auch im Sinne etwa des Lebens jenseits von Computer und Akten und … Es erinnert mich an eine andere Stelle aus dem Buch Chragaff’s, wo er bemerkt, dass

[t]his is directly related to the loss of human proportions in science which I mentioned before. Science-at any rate in my way of considering it- is a mental activity, something that you do much more with your head than with your hands.

Hier und nun ist der Ausgleich das Schneiden der Hecke und der Weg zum Dorfladen, um die Zeitung zu kaufen. Wie ich sagte: hier ist doch auch mehr Diskussion zu globaler politischer und ökonomischer Entwicklung als Im Unterricht in Changsha oder sonst wo, hier hat Globalisierung auch und gerade eine ganz besondere und sichtbare Bedeutung. Und all dies im Moment hat etwas von jener bekannten Stelle aus der Deutschen Ideologie. Es geht um ein Leben,
‘wo Jeder nicht einen ausschließlichen Kreis der Tätigkeit hat, sondern sich in jedem beliebigen Zweige ausbilden kann, die Gesellschaft die allgemeine Produktion regelt und mir eben dadurch möglich macht, heute dies, morgen jenes zu tun, morgens zu jagen, nachmittags zu fischen, abends Viehzucht zu treiben, nach dem Essen zu kritisieren, wie ich gerade Lust habe, ohne je Jäger, Fischer, Hirt oder Kritiker zu werden.’
Es erinnert mich ein wenig an die Zeit meines Studiums seinerzeit in der DDR – oder lautet es: mein Studium in der seinerzeitigen DDR? Bei allem geht es ganz konkret um den Grund auf dem wir stehen – und der ist eben Kommunikation und Produktion des täglichen Lebens,wenngleich genau dieser seit langem und immer weiter zunehmend durch Marktaustausch zu einem sandigen Grund wird, auf dem sich schlecht bauen lässt. Nicht das gesprochene Wort gilt, sondern die bits und bites, die zu Markte getragen werden können. Und dies wird leider auch durch die gegenwärtige Privatisierung und Sparpolitik weiter getrieben. Von dem Ort hier – Availles-Limouzine – gibt es gleichsam nur einen Weg: hinaus in die Stadt, denn hier selbst gibt es zunehmend weniger. Und den Weg zu beschreiten bedeutet: eine viel zu lange Radfahrt nach Poitier z.B. [selbst noch klein genug], ein Privatauto, denn es gibt nicht Bus oder Bahn, vielleicht dann ‘sharing economy’ im wahren Sinn von Fahrgemeinschaften oder aber schlussendlich Umzug = Urbanisierung. Ein Teufelskreis, denn je weniger Menschen hier leben, desto geringer die Bereitschaft, Infrastruktur zu erhalten – und alle Bemühungen erscheinen einem oft selbst als Kampf gegen Windmühlen – gerade fällt mir hier die hervorragende Aufführung in Wien, früher in diesem Jahr, ein. So direkt, wie man es hier erfährt, erlebt, so schön laesst es sich schwerlich im Textbuch beschreiben. Und so wenig wird es sicher von vielen so empfunden – von den vielen, fuer die es ‘Alltag’ ist, und nicht, wie fuer mich derzeit, ‘Leben im Kontrast-Programm’. Und auch Leben im einer Art persönlicher Konflikte: verlassene Freuden, Freunden und Leben und  Lieben,a ich verlassene Reibungspunkte, verpasste und gar joint-venture-unterdrückte Möglichkeiten guter, aber nicht ranking-relevanter Hochschulerziehungsarbeit, aus verschiedenen Gründen versäumte Erfahrungen auch in jenem Land, das mir Gastlichkeit für über zwei Jahre anbot, verpasst nicht zuletzt aus meinem ‘Verschulden’ – eine Freundin aus China sagte einst, sie unternehme selbst wenig: ‘ich weiss nie so recht, warum ich soviel Aufwand treiben soll.’ Und das ist auch mein Problem, wenngleich ich dann gelegentlich erfahre, wie lohnenswert solche Ausflüge doch sein können – wenn man sich die Zeit und Ruhe dafür nimmt, wenn man Gelegenheit hat, den tatsächlichen Grund als Neuland zu erfahren, nicht nur die Standardimages. Zeit und Ruhe auch und gerade eben im Zusammenhang mit den locals, soweit er dann bei einem ungezwungenen Kaffee oder Tee möglich ist.
Das Ungezwungene aber … – was ist es? Dies nun war und ist ein Rätsel fuer mich …, geworden. Es hat sich dadurch ergeben, dass ich eben auch eine andere Erfahrung der Kommunikation erfahren habe, die ich aber nicht greifen kann. ‘Wir sind wer wir sind und nehmen alles durch den Filter unseres Wissens wahr.’ Das scheint eine Binsenwahrheit und gerade diese wurde ‘gestoert’, infrage gestellt – ich versuche es zu formulieren:
‘Wir sind wer wir sind – und wir sind wesentlich uns entwickelnde Wesen, stellen uns und unsere Welt damit ständig in Frage und wir nehmen alles durch den Filter unseres Wissens wahr – aber wir wissen eigentlich nur, dass wir nichts, oder doch zumindest nur wenig wissen.’
Ich weiss nicht, ob ich damit wirklich diese Erfahrung zum Ausdruck bringe. Es ging bei den Treffen, auf die ich mich beziehe,nie darum, irgendetwas = das eigene ich oder das des Anderen in Frage zu stellen: das Ausländer-Sein – das wir eben alle sind, und da wir uns entwickeln und das Land sich entwickelt, sind wir es teils selbst im eigenen Land; die Alters- und Berufsposition; die bestehenden oder nicht bestehenden Bindungen ….; und vielleicht bedeutete dies doch auch, dies nicht einfach als selbstverständlich hinzunehmen, sondern zu verstehen: sich selbst und den anderen …, und damit sich die Frage zu erlauben, ob denn nicht die vermeintliche Normalität eben das Erzwungene ist und das Ungezwungene gerade erlaubt, einmal aus eben jenem Alltag herauszutreten, eine neue Spannung zu erlauben, die eigenen Ängste zu spüren, vielleicht teils zu überwinden … – und damit hatte auch jenes etwas von dem überwinden des ‘einen ausschließlichen Kreis[es] der Tätigkeit’ auf den ich mit den Zitat aus der Deutschen Ideologie mich bezog. Und auch dann immer wieder die ‘Anstrengung’, die auch in dem Zitat von Chargaff eine Rolle spielt, die Unterscheidung von Aussage und Ausdruck:
In the evening and at night, my friend Albert Fuchs and I often walked through the beautiful streets of Vienna, and we talked endlessly about writing: what made a text genuine, what caused a poem to be good. We distinguished between Aussage (statement) and Ausdruck (expression), and we concluded that only the genius could “express,” whereas any talent could “state.” Something of this distinction has remained with me, and I would still say that only what is “stated” can be translated, but not what is “expressed.”
Und vielleicht kann man solche Ausdrücke nicht einmal klar verstehen — denn wann gibt es die Zeit dazu? Wann sind wir bei all den Windmühlenkämpfen in der Lage und auch bereit, das zu machen, was ich oben beschrieb:
‘Wir sind wer wir sind – und wir sind wesentlich uns entwickelnde Wesen, stellen uns und unsere Welt damit ständig in Frage und wir nehmen alles durch den Filter unseres Wissens wahr – aber wir wissen eigentlich nur, dass wir nichts, oder doch zumindest nur wenig wissen.’

Du erinnerst Dich vielleicht an die kleine Auseinandersetzung, als es um meine Wiederwahl ging? ‘Ich verstehe oft nicht, was Du sagen willst, befürchte daher Probleme, in der Zusammenarbeit,’ so der eine Mit-Kandidat – und damit sind wir wieder beim Thema des Anfangs … ‘Im Grunde sind wir alle gute Kerle, nur haben wir keine Lust, uns ernsthaft auf Debatten einzulassen.’ Die Alternative: Wir diskutieren darüber, dass wir eigentlich viel zu wenig diskutieren – freilich in der intelektuell-besseren Formulierung des zweiten Teils: wir beklagen das Fehlen von diskursiven Räumen … .Es wäre schön, wenn wir Gelegenheit bald finden zu einem Treffen – leider dieses Mal wohl nicht im Kőleves Vendéglő …Bis dahin gruesst ganz herzlich Peter

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Development or Change – Today’s Challenges for an Emerging Global Society

The following are notes made in preparation of a presentation in La Habana, Republic of Cuba in December 2012.

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The background of this presentation is actually far away – a presentation given by my friend and colleague Laurent J.G. van der Maesen at the 2012 Life & Development Forum in Hangzhou. From there some interest had been established to colleagues here in Cuba. Last year’s forum has to be characterised as

  • global in its very character
  • however, emerging from China and actually even more from the work in Hangzhou and thus marking a specific shift in global development – a shift that can briefly be characterised by emphasising the fact of glocalisation: the recognition of the importance of localities in the part of the global processes. This is not simply a matter of the effects of globalisation on localities but also a matter of recognising the actor perspective of these entities.

Looking at the general agenda of global developments, there are surely many contingencies. However, one may point on at least the following moments as characterising.

  • the future will not be ‘capitalism as we know it’ – and it may be added that we probably even fail when utilising the traditional ‘concepts’ and categories as neo-liberalism, nation state and the like as analytical tools;
  • the future faces the challenges of a new and fundamental threat from the side of environmental hazards
  • with this we have to challenge and overcome following the roots of today’s capitalism, namely the individualism as a major source of mal-development.

NB: In this light socialism had been to some extent caught in the same danger, namely as far as applied the basic principle of capitalist development for an extended time: the focus on the development of the productive forces (with reference to Marx: the development of department I) had been initially surely important; however, it would have been necessary to determine a point from where development is not about development of productive forces, thus implicitly the orientation on quantitative growth of consumption but about development of the quality of goods produced in department II, i.e. the development of means of consumption (in the widest sense) as means of developing social quality.

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The thesis is that in order to fully understand today’s challenges we have to look at the roots of capitalism in a more complex way – reaching beyond the economic and subsequent political perspective. In other words it is about fundamentally allowing the return of political economy in its true sense as investigation of the

organic unity of economy and polity

(Perry Andersen).

Such an approach stands against the development of a theory of political economy in a traditional sense of a politico-moral backing of economic processes as we know it for instance from Adam Smith.

Arte. Es la naturaleza creada por el hombre

(José Martí)

A major and fundamental flaws of capitalist development can be seen on the following moments:

  • the emergence of the bourgeois individual
  • based on the – apparent – loss of ‘ontological relationality’ (Slife)
  • leading to the redefinition of social activities as contractual relationships
  • undermining space for social action, while – though only for some – increasing this space on the individual level.

However, seeing this pattern as societal phenomenon we may summarise it as – for capitalist societies secular – process which Niklas Luhmann famously expressed by saying

All could be different but I nearly cannot change anything.

Paradoxically this goes hand in hand with the fact that the individual is made responsible for everything, being seen as rational actor with unlimited capacities to shape his/her life.

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I do not want to discuss in detail any question of human rights and relevant questions of legal philosophy (see Herrmann: God, Rights, Law and a Good Society; Bremen/Oxford: EHV Academicpress, 2012; Rights – Developing Ownership by Linking Control over Space and Time; Bremen/Oxford: EHV Academicpress, 2012). However, one point is of crucial importance, namely the fact that the Universal Declaration argues solely on the basis of the understanding of individualism in the form in which it emerged from the Western enlightenment. Seen in this perspective it is no surprise that it actually emphasises the ‘normality of the capitalist mode of production’ – with the legimitation of employment as actual basis of human existence, thus also providing a ground for defining ‘citizenship’. And furthermore it is from here that human rights are defined as ‘moral obligation’ (see Herrmann: Presentation Narrowing the Gap Between the World’s Richest and Poorest. Contribution for the Deutsche Welle GLOBAL MEDIA FORUM 2011).

For further exploration we may briefly look at a briefing paper Human Rights and Poverty: Is Poverty a Violation of Human Rights? Edited by the Centre of Economic and Social Rights. It

suggest[s] that violations of human rights can be cause, consequence or constitutive element of poverty.

This is surely important – and it has to be acknowledged that the document mentions as one of the consequences also

the destruction or denial of access to productive resources [which] can clearly cause poverty.

However, the overall formulation of the three points suggests that rights are a matter of provision rather than a matter of constituting and maintaining ‘active citizenship’. Talking then of the three dimensions of

respect, protect and fulfil

is more about a top-down approach than allowing the development of a bottom-up-approach towards rights. And indeed, this supports the thesis that HR are fundamentally an add-on, established to secure a capitalist world order. As any law, human rights law is also just a means – in the words of Iredell Jenkins:

Positive law assumes an ordered social context that exhibits certain deficiencies: it envisages more desirable – an ideal – ordering of the context; it prescribes the steps to be taken in order to move the actual towards the ideal; and it orders that these measures be instituted. That is, positive law is at once expository, normative prescriptive, advisory, and imperative. But it is positive law as a means to an end …

(Jenkins, Iredell: Social Order and the Limits of Law. A Theoretical Essay; Princeton: Princeton University Press 1980: ibid. 75)

Based on such an approach we face the following fundamental limitations in the relevant HR-debates:

  • they are very much based on supposedly eternal and socio-independent moral standards (it would actually not be far from here to speak of a-social standards)
  • the ‘we’, the collective identity, is reduced on aggregates of individuals, even defining ‘collective actors’ as the state, organisations, corporations etc. as ‘legal personalities’
  • finally not allowing to understand global structures and processes as other than the conglomeration of national actors, thus remaining in the limits of international relationships, not seeing the global order as genuine identity in its own right.[1]

Though it is at this stage only a short point, I think it is important to point out that many of contemporary debates focus too much on ‘technical’ and ‘individual solutions’, particularistic in character, to current challenges. These remain very much in the framework of individualised strategies. Though surely an important contribution to overall debates, we can point on the important limitation of the work by Mahbub ul Haq and Amartya Sen. In short their orientation is about development of humans and not about human development, let alone about development of human relationality. This means not least that an important perspective remains faded out, namely the perspective of socio-human existence as part of a complex socio-natural setting. Thus we may also say that the major and fundamental problem of the dominant conceptualisation of human rights remains founded in the dissolution of the individual from its genuine social context. With this we find the reduction of the social as matter of relationships of individuals.

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Obviously, this falls short in providing a fundamentally valid perspective on today’s structures. Early capitalist societies had been moving to a systematic de-socialisation of personalities and the undermining of genuine social processes. This could be seen in the difficulties Adam Smith faced in maintaining moral standards within the taken economic perspective – finally resulting in the tendency to separate the question of wealth of a nation from moral sentiments. And equally we can see these difficulties when it comes to German philosophy as for instance expressed in the tension of different reasons in the works by Immanuel Kant.

The Social Quality Approach redresses this flaw by focussing on the social, understood as noun. It

may be conceived as the result of the dialectic (constitutive dependency/c.i.) between processes of self-realization and the formation of collective identities.

(Gaspers, Des et altera, 2013: Connecting ‘Human’ and ‘Social’ Discourses …: 24)

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For the further discussion I want to refer to more recent debates, not least stimulated by developments in Latin-American countries, in particular Bolivia, Ecuador and in the meantime Venezuela. The main point of reference is the constitutional principle of buen vivir or vivir biene. Important is that the standard of defining rights and for the definition of the social is not the individual and his/her well-being. Nor is it about the human existence as such. Instead,

  • understanding the individual as principally relational
  • considering the human existence as part of the overall natural existence
  • emphasising the relation between social and nature as fundamentally constitutive
  • and finally seeing social existence not least as matter of ability to accept collective responsibilities.

The emphasis is on ‘joint existence’ and its sustainability.

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With this in mind, the following issues are of utmost importance – here posed as questions that have to be elaborated and on which the answer has to be searched.

  • the what of production has to be asked anew. Point of departure is Engels’ formulation of the ‘determining factor in history’ according to the ‘materialistic conception’ (see Engels, Frederick, 1884: Origins of the Family, Private Property, and the State. Preface to the First Edition). Whereas in the first instance this had been very much about the development of the means of production, and in particular the development of the productive forces, we are now facing a different situation. In one respect we have to reconsider the meaning of the production of the second department, namely the means of consumption. Though we are apparently living in times of overconsumption, this is not completely true: in actual fact we can see overconsumption in parts of world society going hand in hand with the lack even of the basic means of sustenance in other parts (see in this context for instance Milanovic, Branko, 2011: Global Inequality. From Class to Location, from Proletarians to Migrants; The World Bank Development Research Group. Poverty and Inequality Team; September 201; Working Paper 5820). Another important factor can be seen in the fact that a large part of ‘production’ is actually concerned with processes of transaction. Already in 1994, Douglass C. North, with reference to John J. Wallis and North from 1986 makes us known of

an empirical study that 45 percent of U.S. GNP was devoted to the transaction sector in 1970

(North, Douglass C., 1994: Economic Performance Through Time; in: The American Economic Review. Vol 84.3: 359-368; here: 360)

These are issues that need to be investigated more thoroughly not least in a global perspective.

  • This leads immediately to the second point, namely the question of the relationship between the different departments, in particular department I (production of the means of production) and department II (production of means of consumption); and it means also to investigate the existence of a department III (production of ‘financial services’) and a department IV (production of services)
  • Both, production in department III and IV point into the direction of a new kind of commons. If treated circumspectly we can see development in a new perspective. The development of department I, reaching a certain qualitative point, serves as point of departure for the development of department II as going beyond satisfying immediate needs, allowing qualitative developments. We find with this development a potential release of additional forces, but also of additional ‘needs’ of a higher order: the mentioned processes of transaction and also the growth of services are pointing into the direction of huge potentials of socialisation – and saying potentials means that the technological conditions, under private ownership and control, are in actual fact developing in a counter-socialising way. However, taking the potentials as point of reference we may speak of a development from the production of commons towards the production within commons, or using a different wording: the development of common production.

NB: Stating this does not mean that the development actually follows this path. In actual fact we find right now an extremely problematic development in a global perspective. It is still very much about continuing the old pattern of industrialisation on the one hand – now shifting anew to the NICs and also to new centres (as not least Japan and China); and this going hand in hand with a qualitative orientation of consumer goods in the ‘traditional centres’ (as in especially US and [in particular the old] EU). However, as much as this development is not about a simple ‘shift’ by way of replacement, it is obvious that this development cannot be socially sustainable (let alone sustainable in terms of a simple environmental understanding).

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Let me briefly return to the question of rights in general and in particular human rights. Commonly the Western understanding of rights – this had been outlined earlier – is structurally based n individualism. It may even be said that the very concept of rights depends in its ‘modern’ form on the existence of the bourgeois-citoyen individual. The citoyen – addressed as such during the revolutionary times of – had been understood as individual, socialised at most by reference to the categorical imperative as laid down in 1788 in Immanuel Kant’s Critique of the Practical Reason:

Act so that the maxim of thy will can always at the same time hold good as a principle of universal legislation.

This is based on the assumption of the independent, self-referential though rational individual actor. The understanding of rights developing against such a background can only be protectionist in its very character: it is the protection of individuals against possible infringements by others or the protection of individuals against violation by the state (to some extent an exception in this context is the notion put forward by T. Hobbes). To the extent to which we see the development of ‘modern commons’ – in various ways reflected since a long time, for instance by the common goods, general interest, volonté génerale or volonté du tout …) – and to the extent to which collective actors are emerging as truly relevant (see e.g. Meyer, John W., 2010: World Society, Institutional Theories, and the Actor; in: Annual Review of Sociology, 2010: 36: 1-20), we are asked to develop a new understanding of rights. This may be characterised in short by pointing on two moments:

  • They have to be understood as truly social rights. I come back to the definition given earlier, proposing that the social

may be conceived as the result of the dialectic (constitutive dependency/c.i.) between processes of self-realization and the formation of collective identities.

(Gaspers, Des et altera, 2013: Connecting ‘Human’ and ‘Social’ Discourses …: 24)

  • It has to be added that it is not only about the formation but also about the maintenance of the social. Rights are now emerging not as protection of individuals against individuals but as protection of collectivities against individuals (for a very good example in this context Burghardt, Peter, 18.6.2008: Ecuador. Im Dshungel der schwarzen Pest; in: Sueddeutsche.de. Wissen – it has to be mentioned that this is not [only] about corporations but also about interests of individual states in their ‘modern’ performance as legal personalities).
  • Importantly, these rights are not emerging from any moral and normative standards but their definition has to reflect the objective development of the productive forces as it had been outlined before when reference had been made to the development of the different departments of production and their relationship to each other.

[1]            This is even more needed as long as we do not have a global actor in the traditional sense (as e.g. a ‘global state’)